Bei dem Namen Salty Fingers® handelt es sich genau genommen um den eingetragenen Markennamen der niederländischen Firma Koppert Cress, der eine mit Salicornia verwandte Art des Meeresspargels bezeichnet. Salicornia ist eine Pionierpflanze, die sich auf salzigen Böden in Verlandungszonen zwischen Land und Meer wohlfühlt. Dort ist sie häufig Erstbesiedler und leistet traditionell einen großen Beitrag zum Küstenschutz. Sie wird zudem seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel verwendet.
Das salzige Küstenkraut kommt in Deutschland auf den Salzwiesen oder im Watt an der Nord- und Ostseeküste vor, wo es täglich von Meerwasser überflutet wird. Es fühlt sich aber auch in feuchten, salzreichen Gebieten im Binnenland, z.B. an Salzseen, wohl. Auf der Nordhalbkugel kommt Salicornia in fast allen gemäßigten Gezeitengebieten vor – auch in Kanada, China und Russland beispielsweise. Während es in Deutschland auf Grund seines Beitrages zum Küstenschutz unter Naturschutz steht, wird das Küstenkraut in den Niederlanden unter dem Namen „Zeekraal“ sowie in Frankreich für kommerzielle Zwecke in Gewächshäusern angebaut.
Je frischer, desto besser! Bei 2 bis 7°C hält sich frischer Meeresspargel allerdings mehrere Tage. Am besten bewahren Sie ihn wie Spargel, eingewickelt in ein feuchtes Tuch, auf. Die Triebe sollten Sie erst unmittelbar vor der Zubereitung waschen, da sich die Triebe im Süßwasser zersetzen.
Superfood aus dem Watt: Salicornia ist ein wahrer Gesundheitsbooster! Das Küstenkraut soll Blutfettwerte, erhöhte Leberwerte und Blutzucker senken, antibakteriell wirken, einen positiven Einfluss auf das Immunsystem nehmen sowie Osteoporose entgegenwirken. Im asiatischen Raum wird der Meeresspargel auch als Heilpflanze zur Blutreinigung, zur Entwässerung und zur Stärkung von Leber und Niere eingesetzt. Zudem verhindern seine Inhaltsstoffe Schäden an unseren Zellen, die durch oxidativen Stress verursacht werden. Auf diese Weise kann Salicornia auch krebshemmend wirken. Aufpassen sollten Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen: Auf Grund des hohen Jodgehaltes sollten sie das Gemüse besser meiden.
Die knackig-erfrischende Wildpflanze überrascht nicht nur mit ihrem Geschmack, sondern ist auch besonders nahrhaft! Sie enthält Proteine und Kohlenhydrate sowie wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium und liefert lebenswichtiges Jod. Wie die meisten Vertreter von grünem Wildgemüse weist Salicornia viel Wasser und wenig Kalorien auf. 100 Gramm Meeresspargel enthalten so nur 35 Kalorien und 0,6 g Fett. Der Ballaststoff-Anteil der Pflanze ist vergleichbar mit dem von Nüssen, obwohl sie so wenig Fett und Kohlehydrate liefert.
Wozu passt der Meeresspargel? Viel eher müsste die Frage wohl lauten: Wozu passt er nicht? Eine besonders gute Figur macht er wegen seines salzigen und leicht pfeffrigen Geschmacks gedünstet oder blanchiert zu Fisch und Krustentieren. Auf dem Teller ist er jedoch auch zu anderen Gerichten ein knuspriger Blickfang. In Verbindung mit Tomaten und Käse, in feinen Suppen und asiatischen Speisen wird Salicornia gern verwendet. Auch Pestos und Chutneys verleiht das Kraut einen raffinierten Touch. In klassischen Gerichten ist es ein außergewöhnlicher Ersatz für grüne Bohnen. So schmeckt es beispielsweise gekocht und in Butter geschwenkt ausgezeichnet zu Lamm. Aber Achtung: Braten unter großer Hitze sollten Sie vermeiden.
Roh macht es sich mit seinem saftig-knackigen Biss gut in kalten Salaten. Getrockneter und gemahlener Salicornia wird außerdem zum Kräutersalz: Die Alternative zum Kochsalz ist besonders geschmacksintensiv und soll sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Als Zutat für Backwaren und Fertigmenüs eignet es sich daher ebenfalls gut. Vor der Zubereitung genügt in der Regel ein kurzes Abspülen und Aussortieren einzelner vertrockneter Stängel.
Die Hauptangebotszeit konzentriert sich auf die Monate April bis September, Salty Fingers sind aber ganzjährig als Konserve erhältlich.