Erbsen

dt.: Erbse, engl.: pea, frz.: petit pois

Die Erbse wurde zum Gemüse des Jahres 2010 gekrönt. Kein Wunder! Denn sie spielt nicht nur in Märchen oder Redewendungen gerne die Hauptrolle, sondern ist auch auf den Bühnen internationaler Küchen bekannt.

Geschichte

Bereits im Jahre 8000 v. Chr. wurden Erbsen angebaut. Die ältesten archäologischen Funde stammen aus Jericho und Aswad in Syrien und gehören zu jungsteinzeitlichen Ackerbaukulturen aus der Zeit 7300 bis 6000 v. Chr. Von dort breitete sich die Erbse durch den Ackerbau nach Europa aus – zunächst nach Bulgarien, Serbien und Polen.

Herkunft

Zu Beginn ihrer Karriere wurde die Erbse hauptsächlich als Trockengemüse verwendet und meist als Mus gegessen. Erst im 16. oder 17. Jahrhundert züchtete man Sorten, die man auch unreif und grün verspeisen konnte. Da diese Erbsen noch sehr teuer waren, war der Genuss nur Adligen vorbehalten – auf Hof König Ludwig des XIV. waren sie beispielsweise sehr beliebt. Erst mit der Entwicklung moderner Konservierungstechniken wie Einkochen und Tiefkühlen kam die Erbse häufiger auf den Teller.

Die Erbse stammt ursprünglich aus Kleinasien und ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Für die menschliche Ernährung war sie früher ein wichtiger Protein-Lieferant. Heute wird sie vor allem als Gemüse und als Tierfutter verwendet. Die bedeutendsten Anbaugebiete liegen in den USA und in den Niederlanden.

Lagerung & Aufbewahrung

Frische Erbsenschoten können allerhöchstens drei Tage im Kühlschrank gelagert werden. Einzelne Erbsenkörner müssen sofort gekocht werden, sonst schmecken sie mehlig und verlieren an Aroma. Werden die einzelnen Erbsen noch nicht benötig, können sie in Salzwasser blanchiert werden. Danach kurz in Eiswasser abschrecken, abtropfen lassen und anschließend einfrieren. Der Kälteschock stoppt den Aromaabbau und die Erbsen schmecken auch noch nach einem Jahr in der Tiefkühltruhe frisch.

Gesundheit & Wirkung

Erbsen sind das eiweißreichste Gemüse. Sie enthalten 6,7 % Eiweiß und 14 % Kohlenhydrate. Aber auch die Mineralstoffe kommen nicht zu kurz: Eisen, Phosphor und Kalium sind enthalten. Außerdem die Vitamine A, B und C.

Nährwerte

Durch den hohen Kohlenhydratanteil der in jungen Erbsen als Zucker enthalten ist, haben Erbsen 94 Kalorien je 100 g.

Verwendung

Erbsen sind schlecht lagerfähig, da sie schnell an Geschmack verlieren. So stammen unsere Erbsen in den meisten Fällen aus Konserven oder der Tiefkühltruhe. Erbsen finden sich weich gekocht in Suppen, Eintöpfen und Pürees, aber auch in Salaten. Klassisch ist die Erbsensuppe oder die Kombination von Erbsen mit Möhren. Ist zusätzlich Spargel mit dabei, spricht man von Leipziger Allerlei. Im 19. Jahrhundert entstand zudem die Erbswurst. Sie wird aus getrockneten ganzen Erbsen hergestellt. Sie ist der Vorgänger der Fertigsuppe und war entscheidend für die Hungerbekämpfung und die Verpflegung in Kriegszeiten.

Saison

Frische Erbsenschoten haben von Juni bis August Saison. In Form von Tiefkühlprodukten und Konserven sind die leckeren grünen Kügelchen auch ganzjährig erhältlich.