Warum die nächste Generation Ihre Speisekarte verändern wird

Fleischlos glücklich

Vertreter der nächsten Generation sind in jeder Hinsicht eine wichtige Zielgruppe – nicht nur als Gäste, sondern auch als Fachkräfte und Entscheidungsträger. Und ihr Ernährungsverhalten unterscheidet sich von bisherigen Generationen! Denn die Nachfrage junger Menschen nach veganen Produkten steigt immer mehr – so zumindest die aktuell vorherrschende Vermutung. Wir haben uns die neuesten Studienergebnisse zum Thema angesehen und praktische Gastro-Tipps für den Umgang mit der neuen Generation abgeleitet. 

Pflanzenbasierte Erfolgsrezepte

Die Jungen haben immer weniger Lust auf Fleisch

Wie vegan ist sie denn nun, die neue Generation? Antworten auf diese Frage liefert zum Beispiel der 2021 veröffentlichte „Jugendreport zur Zukunft nachhaltiger Ernährung“. Im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung wurden dafür 1.479 junge Erwachsene zwischen 15 und 29 Jahren befragt. Einige der interessantesten Ergebnisse:  

 

  • 40 Prozent der Befragten hinterfragen grundsätzlich ihren Fleischkonsum
  • 12,3 Prozent haben ihn komplett eigestellt. Das sind fast 10 Prozent mehr als in der gleichen Altersgruppe noch vor 10 Jahren 
  • 23,8 Prozent der Befragten bezeichnen sich als „Flexitarier“ und nehmen nur gelegentlich Fleisch zu sich 
  • 69 Prozent der jungen Befragten fordern staatliche Unterstützung für eine klimafreundlichere Ernährung

 

Auf den ersten Blick scheint der gänzliche oder teilweise Verzicht auf tierische Lebensmittel zwar noch immer gering zu sein, doch die jährliche Entwicklung ist entscheidend: Andere Studien zeigen, dass sich in nur einem Jahr – von 2020 auf 2021 – der Anteil an Vegetariern und Veganer in der Gesamtbevölkerung verdoppelt hat (Ernährungsreport 2021). Diesen Trend bestätigt auch eine beeindruckende Zahl: Beim Lieferdienst Lieferando gingen im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr 166 Prozent mehr vegane Bestellungen ein.

Ernährung wird zum politischen Instrument 

Und besonders die Generationen Y und Z scheinen den Ergebnissen zu Folge bereit zu sein, ihr Ernährungsverhalten weiter zu ändern. Ob dem Schutz von Umwelt, Tieren oder der eigenen Gesundheit zuliebe – die Motive sind vielfältig. Nicht zuletzt die Fridays for Future-Bewegung hat dabei einen Wandel im Gang gebracht. Fleisch ja oder nein – das ist heute längst keine persönliche Geschmacksfrage mehr, sondern auch eine politische Forderung. Schon heute sind Millennials überall auf der Welt die treibendste Kraft in der Abkehr von tierischen Produkten.

Was die neue Generation für die Gastronomie bedeutet

Fest steht: Das Veggie-Menü ist auf dem besten Weg, zum Standard zu avancieren. Betriebe, die zukünftig keine überzeugenden pflanzlichen Menüs anbieten, werden es immer schwerer haben. Denn schließlich sollen auch die veganen Freunde am Tisch ein kulinarisches Erlebnis genießen. Um die neue Generation von Gästen und ihre Bedürfnisse durch eine gezielte Ansprache zu erreichen, könnten Sie folgende Tipps in Ihrem Betrieb beherzigen: 

Laden Sie Ihre Gäste zur Partizipation ein

  • Um die Zufriedenheit Ihrer vegan-vegetarischen Gäste zu steigern, können Sie sie auch zum Mitmachen einladen! Schaffen Sie Angebote wie individuell zusammenstellbare Menüs oder eine einladende Liste veganer Komponenten, die leicht als Ersatz für Fleisch in ein Gericht eingearbeitet werden können. Wenn weniger auf dem Teller bleibt, weil der Gast es nicht mag, entsteht so auch weniger Food-Waste, was die umweltbewusste nächste Generation honorieren wird.

Machen Sie Fleisch zum Nebendarsteller

  • Die wachsende Anzahl Flexitarier können Sie zum Beispiel adressieren, indem Sie kleine Fleischportionsgrößen anbieten und stattdessen den Fokus Ihrer Gerichte auf einen pflanzlichen Star legen!

Machen Sie Ihr Team fit

  • Noch mag es Ihnen so vorkommen, als veränderten sich die Bedürfnisse Ihrer Gäste schleichend, doch Sie können nicht früh genug damit beginnen, Ihr Team für die Veränderungen zu sensibilisieren. Wie wäre es mit einem kurzen Workshop, in dem Sie die rasant wachsende Zahl neuer Vegetarier und Veganer besprechen? Dabei könnten Sie auch Begriffe wie „Flexitarier“ erläutern und gemeinsam überlegen, wie Ihre Küche und die Servicekräfte auf das veränderte Essverhalten der Gäste reagieren können.

Seien Sie transparent

  • Lassen Sie Ihre (jungen) Gäste nicht mit Fragen zurück, sondern kommen Sie ihren Fragen zuvor! Woher stammen Ihre Zutaten? Worauf legen Sie in Ihrer Küche wert? Die nächsten Generationen haben nicht nur weniger Lust auf Fleisch, sie betrachten die Welt um sich herum auch stets mit einem prüfenden Blick. Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie Haltung beziehen und für größtmögliche Transparenz sorgen.

Nutzen Sie das Potenzial von Workshops

  • In den aktuellen Studien wird deutlich, dass sich junge Menschen schlecht über gesunde Ernährung und den Zusammenhang von Klima und Fleisch informiert fühlen. Eine Lücke, die Sie schließen können! Denken Sie doch einmal über speziell auf die junge Generation zugeschnittene Vorträge und Koch-Workshops in Ihrem Haus nach! Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Image Ihres Betriebes und die Wahrnehmung Ihrer Kompetenz aus, sondern könnte auch Ihrem Marketing einen Boost verpassen! Denken Sie an die vielen jungen Leute, die Ihre Begeisterung für spannende Workshop-Inhalte und gelungene Kochresultate in den sozialen Medien teilen. Aber Vorsicht: Inhalte zu veganen Gerichten, Klima und Co. sollten Sie mit Ihrem Betrieb auch authentisch vermitteln können.